Latin Link

Kinder sollen Hoffnung, Liebe und Bildung erhalten

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Silvia Diether (Bild: zVg)
Trotz schwieriger Lebensumstände sollen Kinder ihre Bildung nicht wegwerfen, sondern Annahme erhalten und Jesus als persönlichen Freund kennenlernen, erklärt Silvia Diether, Koordinatorin für Kurzeinsätze bei «Latin Link», im Interview mit Livenet.

Silvia Diether, was sind die Haupttätigkeiten von Latin Link?
Silvia Diether: Latin Link ermöglicht zeitgemässe, partnerschaftliche Entwicklungshilfe und unterstützt Kirchen und christliche Sozialprojekt durch die Sendung von geeigneten Mitarbeitern, mit dem Ziel den benachteiligten Menschen in Lateinamerika Hoffung zu bringen und ihre Perspektive nachhaltig zu verändern.

Was ist Ihre Rolle bei Latin Link?
Ich arbeite im Schweizer Team von Latin Link als Koordinatorin für Kurzzeiteinsätze. Das bedeutet, ich bin mit Interessenten im Kontakt, führe die Bewerber durch den Bewerbungsprozess und kümmere mich darum, ein auf den Bewerber zugeschnittenes Placement zu organisieren.

Wie wurden die Einsätze durch Corona verändert?
Ich möchte nicht verschweigen, dass wir einen Rückgang bei den Bewerbungen verspüren. Man kann es gut verstehen, die unsichere Lage verlangt viel Flexibilität. Von uns als Organisation aber eben auch von den Bewerbern. Das Paradoxe an der Situation ist, dass die Not in Lateinamerika sich durch die Krise stark vergrössert hat. Der Bedarf an Ermutigung und Unterstützung wäre gross. Wir versuchen, der grösseren Unsicherheit, die mit einer Einsatzplanung im Moment einhergeht, durch eine noch bessere Betreuung und Begleitung zu begegnen. Wir versuchen, immer transparent die Möglichkeiten und Risiken aufzuzeigen und geben nicht schnell auf, auch wenn mal kurzzeitig alle Ampeln auf Rot stehen.

Können Sie eine Lebensgeschichten mit uns teilen, bei denen Menschen durch Ihre Einsätze verändert worden sind?
Ein ganz aktuelles Beispiel ist der neunjährige José (Name geändert) aus Guatemala. Er geht seit zwei Jahren aufgrund der Coronapandemie nicht mehr zur Schule. Einmal in der Woche erhält er ein Dossier mit Aufgaben, die er abarbeiten soll. Häufig sind die Aufgaben zu schwer und er kann sie nicht lösen. Zu Hause erhält er wenig Unterstützung. Auch die Lehrerin hat längst aufgehört nachzufragen, wenn die Hausaufgaben nicht abgegeben werden. So hat José bereits zum zweiten Mal die Lernziele am Ende des Schuljahres verpasst und muss nun im Januar zum dritten Mal mit der ersten Klasse starten. Das ist sehr frustrierend für ihn. Sein Lichtblick sind die Nachhilfeangebote der Kirche vor Ort. Dort erhält er einmal in der Woche Unterstützung und auch Lob, wenn alle Wochenaufgaben erledigt wurden. Wenn das nicht wäre, hätte José schon längst aufgegeben. Die Lehrerin Murielle ist diesen Herbst als «Latin Link Strider» nach Guatemala ausgereist und lernte dort José durch das Nachhilfeprojekt kennen. Es liegt ihr auf dem Herzen, dass die Kinder trotz schwierigen Lebensumständen ihre Bildung nicht wegwerfen und einen Ort kennenlernen, an dem sie geliebt und angenommen sind und auch Jesus als ihren persönlichen Freund kennenlernen.

Was bewegt Sie persönlich bei Ihrer Arbeit besonders?
Nebst meiner Arbeit bei Latin Link bin ich Mutter von zwei kleinen Mädchen. Die Tätigkeit bei Latin Link ist mein Fenster hinaus in die Welt. In eine Welt, die manchmal wunderschön und manchmal tragisch ist, eine Welt der Kontraste. Die grossen Unterschiede von der Lebensgestaltung bis hin zu den ungleichen ökonomischen Voraussetzungen lehren mich immer wieder dankbar zu sein und ermutigen mich aber auch mein Leben für etwas einzusetzen, was mir sinnvoll erscheint und mich nicht nur um mich selbst zu drehen. Durch meine Arbeit bei Latin Link kann ich Menschen begleiten, die etwas verändern wollen, die etwas Neues wagen. Das ist inspirierend und ermutigt mich immer wieder.

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Datum: 13.12.2021
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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