Von Geburt her gefangen

Der Weg aus der Angst

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Marcus Bastek (Bild: Facebook)
Das Leben von Marcus Bastek (40) wurde seit Geburt von Angst und Panikattacken geprägt. Im Livenet-Talk schildet er ehrlich den langen Weg der Befreiung aus dieser Klammer.

«Ich wurde als blaues Kind geboren – mit der Nabelschnur mehrmals um meinen Hals gewickelt», erzählt Marcus Bastek, heute Pastor einer Baptistenkirche, im Gespräch mit Florian Wüthrich. Seit diesem «Erstickungserlebnis» war die Angst sein ständiger Begleiter. Als Kind überfiel ihn die Panik, nicht mehr zu existieren – bis er 21 Jahre alt war und manchmal mehrere Panik-Attacken pro Tag ihn in ein tiefes Loch fielen liessen: «Da dreht sich das ganze Leben nur noch um die Frage, wie du den nächsten Angstanfall vermeiden kannst.»

Der lange Weg in die Freiheit

Mit 21 geschah das, was Marcus Bastek heute als den Wendepunkt in seinem Leben betrachtet: «Gott redete deutlich zu mir und schickte mich auf eine Bibelschule.» Das änderte die äusseren Lebensumstände, brachte aber neue Gründe für die alte Angst, vor allem die Angst, nicht genug Geld zum Leben zu haben. Mehrere Male erlebte er hier, wie Gott eingriff und er z.B. spontan eine Summe bekam, die er gerade brauchte.

In einem langen Prozess lernte er so, Gott zu vertrauen. «Auch Christen haben viel Angst», weiss er heute. Obwohl man die Entscheidung getroffen hat, dass Gott regieren soll im Leben, sind viele Reaktionen und Pläne von Christen angstbesetzt – eigentlich unlogisch, findet Bastek.

Exodus

Diesen Konflikt zwischen Gottes Präsenz und der sichtbaren Realität zeigt die Geschichte deutlich, wo Israel am Roten Meer steht – hinter ihnen das Heer der Ägypter und vor ihnen das Meer, durch das es keinen Weg gibt. «Gott schafft Wege», erlebte Israel dann – und auch Bastek hat das erlebt.

Heute hat er gelernt, mit der Angst umzugehen. Das Wichtigste: Er geht direkt auf sie zu, fordert sie quasi heraus: «Okay, dann passiert das halt…» Mit dem Wissen, dass Gott für ihn ist, konfrontiert er die Situationen, die die Angst ihm vormalt – bis hin zum Tod: «Wenn ich halt sterben muss – was ist dann? Es geht ja weiter.» Angst lebt also vom Tabu – ihr ins Gesicht schauen, vertreibt sie.

Hier können Sie den Talk mit Marcus Bastek ansehen:

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Datum: 15.07.2022
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet

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