Der Zauber von Live-Events

Livenet-Talk: «Theater lebt vom Dialog mit dem Publikum»

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Beni Hunziker (links) und Beat Müller im Livenet-Talk (Bild: Jelena Brunner)
Nach einer längeren Zwangspause kommt die Kunstszene nun langsam wieder in Fahrt. Im Livenet-Talk sprechen Schauspieler Beat Müller und Theaterpädagoge Beni Hunziker über ihre Arbeit und die damit verbundenen Erwartungen an die Zukunft. 

Beat Müller ist seit 35 Jahren in der Kunstszene aktiv und leitet seit 25 Jahren die Schauspiel GmbH. Er nutzte Corona, um das neue Musical für «Life on Stage» zu schreiben, welches diesen Herbst aufgeführt wird. Der zweite Talk-Gast, Beni Hunziker, ist mit seinem Bruder unter dem Namen «Bruderboot» bekannt. Auch er und Christian Hunziker haben den Lockdown genutzt, um neue kurze Stücke zu schreiben, welche am 23. Oktober das erste Mal in Glarus aufgeführt werden. 

«Eine Predigt allein ist zu trocken» 

In seinen jungen Jahren habe es noch fast keine Vorbilder in der christlichen Kunstszene gegeben, an denen sich Beat Müller hätte orientieren können. «Ich dachte immer, das Predigen allein ist irgendwie etwas zu trocken», da brauche es noch kreative Elemente. Dann habe er gemerkt, «dass Gott mir speziell dafür Gaben gegeben hat». So fing er an zu überlegen, wie er das Theaterspielen mit dem Evangelium verbinden konnte. «Wir brauchen Leute, die uns spiegeln» und genau das könne ein Theater bewirken. Und tatsächlich hatte er damit in den Gemeinden Erfolg.  

«Lachen öffnet Herzen» 

Bruderboot versuche hingegen bewusst auf der Schnittstelle zwischen Theaterbühne und Kirche zu sein, denn sie wollen möglichst alle im Publikum ansprechen. «Wir spielen vor Menschen.» Jeder Mensch stehe an einem ganz bestimmten Punkt in seiner Beziehung zu Gott «und da wollen wir reingehen und Fragen aufwerfen», erklärt Beni Hunziker. Das Theater sei dafür sehr gut geeignet, da Lachen die Herzen öffne, in die dann Fragen platziert werden können. 

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erzählen beide, wie ihre Theaterstücke jeweils entstehen, wie sie diese einüben und wie sie mit Fehlern, auch auf der Bühne, umgehen. Beim Theater gebe es gewisse Handwerksregeln, da die Menschen vom Kern her schon immer gleich waren. Es gehe darum, jeweils neu einen Zugang zum Publikum zu finden oder etwas, mit dem sich der Zuschauer identifizieren kann. 

«Kunst braucht Förderer» 

Beide Talk-Gäste haben schon Projekte fürs neue Jahr geplant und sich Ziele gesetzt. Jedoch brauche Kunst immer Förderer. Es brauche jemanden vor Ort, der den Mut hat, etwas zu veranstalten. Beni Hunziker: «Wir in der Kunstszene sind auf solche Menschen angewiesen!»

Auch Beat Müller erklärt, dass Theater nicht im Livestream funktioniere, da beim Spielen immer ein chemischer Prozess mit dem Publikum stattfinde. Es sei wie ein Dialog zwischen dem Schauspieler und den Zuschauern. Er will ermutigen, auch in der jetzigen Zeit kulturelle Anlässe zu organisieren und als Gemeinde die Kunstschaffenden zu unterstützen. Damit setze man ein Statement: «Wir wollen uns begegnen und gemeinsam etwas erleben.»

Sehen Sie sich hier den ganzen Livenet-Talk an:

Zur Webseite:
Bruderboot
Schauspiel GmbH

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Datum: 08.10.2021
Autor: Hanna Krückels
Quelle: Livenet

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