Heavy Metal Christen

Auch laute Wasser gründen tief

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Andy La Morte von «Rainforce» und Samuel Hug von der «Metal Church»
Im Livenet-Talk geben Samuel Hug, der «Hirte der schwarzen Schafe» und «Rainforce»-Songwriter und Musiker Andy La Morte einen Einblick in die christliche Heavy-Metal-Szene. Fazit: kraftvoller Sound mit der stärksten Botschaft überhaupt.

«Metaller sind ernsthafte Menschen, die sich nicht mit billigen Antworten abspeisen lassen», bilanziert Samuel Hug, Reformierter Pfarrer und Pfarrer in der Metalchurch. «Sie haben ein Gespür dafür, was 'verhebt' und was nur Fassade ist und keine Tiefe hat.»

Samuel Hug lädt regelmässig gemeinsam mit Silas Bitterli zur Talk-Sendung «Heavy Mental». «Wo es um Kirche geht, geht es um Begegnung. Jesus suchte Menschen auf. Das haben wir als Kirche etwas verlernt, wir haben heute das Gefühl, dass die Leute zu uns kommen sollen.» Das Format «Heavy Mental» gibt Raum für echte Begegnung. Die Sendung ist live, die Zuschauer können auf elektronischem Weg Fragen stellen.

«Metaller sind tiefgründige Menschen», beobachtet Metal-Musiker Andy La Morte von «Rainforce». «Und es sind auch suchende Menschen. Das merkt man, wenn man mit Bands ins Gespräch kommt. Sie merken, ob etwas Fassade ist oder ob etwas dahintersteht. Alle Menschen habe heute etwas zu sagen. Mein Glaube an Jesus und was ich mit ihm im Alltag erlebe ist etwas, das ich nicht für mich behalten will. Es kann auch anderen Menschen etwas bringen.»

«Wir sind so kurze Zeit auf dieser Welt»

«Die Bibel sagt, Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte nicht. Es ist wichtig, dass wir das in der heutigen Zeit an die Leute herantragen», erklärt Andy La Morte. «Die Kunst ist ein gutes Transportmittel, damit es die Menschen ansprechen kann.»

Authentizität sei wichtig. «Mein Song 'Feed me (I’m hungry)' stammt aus einer Zeit, als mein Leben durch eine Krankheitsgeschichte eine Zäsur erlebte. Ich bin überzeugt, dass Gott mir wie noch einmal ein Leben geschenkt hat. Wir sind so kurze Zeit auf dieser Erde. Ich möchte die Talente und Gaben, die ich habe, nutzen und einen Unterschied machen. Ich möchte nicht vergessen, dass ich von Jesus ernährt werden.»

«Feed me (I’m hungry)» sei deshalb auch sein sehr persönlicher Text. Im Song «Stay Strong» geht es darum, dass man keine Angst haben muss, da man durch Gott nie alleine ist. «Das müssen die Menschen hören.»

Ein neuer Zugang

«Es geht um Lebensveränderung, um Menschen, die Gott gern hat und mit ihnen auf lange Sicht unterwegs sein will», sagt Samuel Hug, der einst Sänger bei der Band «Heavenly Soldiers» war. «Es gibt in der Metal-Szene auch viele gestrandete Menschen aus Kirchen, Menschen, die verletzt worden sind und die durch die Art der 'Metal Church' einen neuen Zugang zum Glauben finden. Oder auch weil in Gemeinden Worte und Taten auseinandergingen. Manchen wurde gezeigt, dass sie nicht dazugehören.»

Das sei tragisch und zeige die Schattenseite vom Kirchensein. «Wir sehen, dass sie Jesus eine Chance geben und es nicht nur fromme Parolen sind.»

Elements of Rock

Ein Leuchtturm der christlichen Metal-Szene in der Schweiz ist das alljährliche Festival «Elements of Rock» (EOR), das am 19. März 2022 über die Bühne geht. Samuel Hug: «Für mich ist EOR ein Familientreffen, durch welches vieles entstehen durfte.»

Andy La Morte: «Als ich bei 'Disobedience' eingestiegen bin, konnten wir dort beim ersten EOR unseren ersten Grossauftritt haben. Über all die Jahre ist das Festival für mich zu einem Highlight geworden. Wichtig ist auch das, was darum herum entstanden ist. Viele Bands können durch dieses Netzwerk und Know-how profitieren.» Daraus entstand etwa das «Unblack»-Netzwerk.

Auch werden dort alle Stile abgedeckt. «Andere decken nur ein oder zwei Genres ab», bilanziert Samuel Hug. «Das ist typisch christlich. In Jesus Christus gehören wir zusammen.»

Zu den Webseiten:
Metal Church
Rainforce
Elements of Rock

Hier können Sie den ganzen Livenet-Talk anhören:

Zum Thema:
Heavy Mental: Tiefe Geschichten in lauten Wassern
16. «Elements of Rock»: Wie aus einem Festival eine christliche Bewegung wurde
«Rainforce» rüttelt auf: «Niemand will ein solch böses Erwachen»

Datum: 19.03.2022
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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