Von Archäologen gefunden

Muslimische Artefakte belegen jüdische Jerusalem-Identität

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Israelische Archäologen entdeckten 1'300 Jahre alte Münzen aus der Epoche der islamischen Umayyaden-Dynastie. Eingeprägt war das Bild einer Menora des Jüdischen Tempels.

Diese Neuentdeckung ist nicht der erste Artefakt, der das damalige, muslimische Wissen um die jüdische Identität der Stadt Jerusalem in sich trägt. Assaf Avraham von der Bar-Ilan-Universität und Peretz Reuven von der Hebräischen Universität halten gegenüber der «Jerusalem Post» fest: «Das jüdische Symbol, das auf der Münze ist, war eine Menora, ein siebenarmiger Leuchter aus dem Tempel, dieser erscheint auf mehreren islamischen Münzen und anderen muslimischen Artefakten.» Zudem war auf den Münzen in arabischer Schrift das islamische Glaubensbekenntnis eingeprägt.

Nicht der erste vergleichbare Fund

Dieser Fund stimmt mit einem weiteren überein, den Archäologen im vergangenen Jahr gemacht hatten. In einer Moschee in der Nähe von Hebron waren Hinweise gefunden worden, die auf den Tempelberg deuteten.

In diesem Falle dokumentierte eine alte arabische Inschrift, dass der Ort, wo der Felsendom heute steht, früher «Bayt al-Maqdis» hiess (also «Der Heilige Tempel»). Ein Team von Archäologen erforschte dazu eine rund tausend Jahre alte Steintafel, die auf die Frühzeit der islamischen Ära in der Gegend zurückgeht.

«Es ist muslimisch-kulturelles Erbe»

Nun ist eine Ausstellung geplant, welche den jüdischen Einfluss auf den frühen Islam zeigt. «Sie sind datiert auf die frühen Tage des Kalifats und waren bei Muslimen gebräuchlich. Wir wünschen, dass viele Muslime zu diesem Wissen finden, es ist Teil ihrer eigenen Religion und ihres kulturellen Erbes», sagt Avraham. «Zu Beginn der muslimischen Herrschaft wurden die Juden nicht abgelehnt, sondern sie sahen sich als deren Fortsetzung.» Sie hätten die jüdischen Überlieferungen und Symbole sogar übernommen, wie etwa die Menora auf den Münzen.

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Datum: 11.12.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / BIN / BCN

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