Samuel Koch

Warum ich trotz meines Schicksals an Gott glaube

Sein tragischer Unfall bei «Wetten dass?» schockte Millionen von Zuschauern. Die ganze Nation hoffte auf ein Wunder, doch Samuel Koch blieb gelähmt. In seinem Buch «Samuel Koch - Zwei Leben» schreibt er über das was bleibt, wenn sich das ganze Leben auf einen Schlag ändert. Und warum er trotz allem an Gott glaubt.

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Die Frage, was mich definiert, bekam nach dem Unfall eine ganz neue Brisanz. Denn nun bin ich nicht mehr Samuel, der Turner, der Chaot, der Sportler, der, dem alles gelingt, was er anpackt, sondern ich bin reduziert auf den Menschen, den der Unfall von mir übrig gelassen hat. (...)

Des Pudels Kern

Sehr spannend finde ich eine Erkenntnis, die mir kürzlich gekommen ist, als ich mich mit der Frage auseinandergesetzt habe, was an mir eigentlich noch so ist wie früher. Was meinen Kern, mein innerstes Wesen ausmacht.

Eine Erfahrung, die sich durch grosse Teile meiner Jugendzeit zog, war, dass ich ganz oft gefragt wurde: «Wie schaffst du das eigentlich alles, was du machst? Wie kommst du zu deiner Ausstrahlung? Was ist dein Geheimnis?»

Meine Antwort lautete dann: «Ganz einfach: Ich bete!» Und genau das ist auch heute noch meine Antwort auf dieselbe Frage, auch wenn die jetzt unter ganz anderen Vorzeichen erfolgt. Nach allem, was geschehen ist, sind nur ganz wenige Dinge in meinem Leben gleich geblieben, und dieser Kernpunkt gehört dazu.

Glaubensformel trotz Schicksalsschlag

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Buch von «Wetten, dass...»-Kandidat Samuel Koch
Es gab durchaus auch Momente, in denen ich die Existenz Gottes im Ganzen infrage gestellt habe. Was, wenn das alles nur Einbildung, Wunschdenken und Placeboeffekte waren?

Doch dann half mir zum Beispiel die berühmte Wette des französischen Mathematikers Blaise Pascal: Er meinte, dass eine Analyse der Optionen hinsichtlich des Glaubens an Gott zu folgenden Resultaten führt:

  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man belohnt.

  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts).

  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man ebenfalls nichts (verliert aber auch nichts).

  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall verliert man.

Ausgehend von dieser Theorie sollte eigentlich jeder logisch denkende Mensch an Gott glauben. Pascals Zeitgenosse Sir Isaac Newton, englischer Physiker und Astronom, schrieb: «Wer nur halb nachdenkt, der glaubt an keinen Gott, wer aber richtig nachdenkt, der muss an Gott glauben.»

Und deshalb glaube ich lieber daran, dass das alles nicht nur ein blöder Unfall gewesen ist und fertig, sondern dass auch dieses Kapitel meines Lebens zu einer Geschichte gehört, die noch nicht zu Ende ist ...


Oben stehender Text ist dem Buch «Zwei Leben» von Samuel Koch entnommen.

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Samuel Koch: «Zwei Leben»



Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: «Samuel Koch – Zwei Leben» / adeo Verlag

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