Bloggerin in Lebensgefahr

Westliche Regierungen appellieren an China

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Zhang Zhan (Bild: Twitter)
Die chinesische Bloggerin Zhang Zhan ist in einem lebensbedrohlichen Zustand. Der niederländische Informationsdienst Joel-News bezeichnet sie als «bekennende Christin».

Zhang Zhan wurde Ende 2020 zu vier Jahren Haft verurteilt, weil sie über die Anfänge der Corona-Pandemie in Wuhan (China) berichtete. Schon seit einiger Zeit ist sie im Hungerstreik. Bereits bei der Gerichtsverhandlung im Mai letzten Jahres brauchte sie einen Rollstuhl.

Bruder: «Sie ist dem Tode nah»

Ihr Bruder zeigte sich erschüttert über den Gesundheitszustand seiner 38-jährigen Schwester, die nur noch etwa 40 Kilo wiegt, bei einer Grösse von 1,77 Metern. Seine Schwester sei dem Tode nah und er fürchte, dass sie den Winter nicht überlebe, so ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zhang Zhan soll mittlerweile nicht mehr die Kraft haben, ihren Kopf länger zu heben, so die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Oktober, die sich auf Informationen ihrer Mutter beruft.

Westliche Regierungen appellieren

Das US-Aussenministerium zeigte sich vor einigen Tagen sehr besorgt über Zhang Zhans gesundheitliche Verfassung. «Wir bekräftigten unsere Forderung an die Volksrepublik China, sie sofort und ohne Bedingungen freizulassen.» Die Bürgerjournalistin sei willkürlich festgenommen und in der Haft misshandelt worden.

Auch die Deutsche Botschaft in Peking setzte sich für die Freilassung der Bloggerin ein. Die deutsche Bundesregierung forderte das chinesische Aussenministerium auf, die Gefangene «unverzüglich freizulassen».

Schwere Haftbedingungen

Die Haftbedingungen sind schwer: Zhang Zhan muss Fussfesseln tragen und auch ihre Hände sind gefesselt. Besuche sind schon lange nicht (mehr) möglich, lediglich Videokontakte mit ihrer Familie. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass sie misshandelt und gefoltert wird.

Zhang Zhan zeigte auf ihren Videoberichten überfüllte Krankenhäuser, leere Strassen und Läden, Krematorien, aber auch wie die Bevölkerung von chinesischen Behörden eingeschüchtert und Journalisten verurteilt wurden. Zu der Zeit, als Zhang Zhan berichtete, gab es auf den offiziellen chinesischen Medien keine Informationen über die Corona-Pandemie und die Situation in Wuhan.

Öffentliche Kritik ist ein «No go»

Besonders empfindlich reagieren die chinesischen Behörden auf öffentliche Kritik, und vor allem dann, wenn diese über ausländische Medien veröffentlicht wird. Zhang Zhan publizierte ihre Berichte auch auf Youtube. Insgesamt hatte die Journalistin 122 Videos veröffentlicht.

Die Anklage warf ihr vor, «Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben», wofür sie dann verurteilt wurde. Als Straftatbestand ist Paragraph 293 des chinesischen Strafrechts aufgeführt. Amnesty International kritisiert, dass der Paragraph viel zu allgemein gehalten sei und gegen Menschen willkürlich eingesetzt werde, die den Staat oder die Behörden kritisierten.

Zhang Zhan: «Gott ist treu»

Bereist vor einiger Zeit sagte Zhang Zhan zu ihrem Anwalt: «Ich glaube an Christus, und ich bete oft zu Gott, dass er den Bösen vergibt. Und ich bete, dass er diejenigen rettet, die Schmerzen und Leiden ertragen müssen.» Bei dem Anwaltsbesuch sagte sie auch, wie sehr sie eine Bibel vermisse. Sie zitierte folgende Bibelstelle: «Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung grösser ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.» (1. Korintherbrief Kapitel 10, Vers 13).

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Datum: 23.11.2021
Autor: Norbert Abt
Quelle: Livenet / FAZ / Joel-News

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