Schritte zur Versöhnung mit den Täufern

Erinnern und bereuen, bekennen und vergeben

Am Sonntag endete in Winterthur eine aussergewöhnliche Konferenz zur Versöhnung von christlichen Gemeinschaften, die in der Reformationszeit durch Gewalt getrennt wurden. Die Veranstalter von der Schleife-Stiftung brachten in das Treffen von reformierten und täuferischen Christen aus der Schweiz und den USA den Wunsch nach einem kirchenübergreifenden geistlichen Aufbruch ein.

Die Täufer-Konferenz ‚Heile unser Land‘, die von Donnerstagabend bis Sonntagmittag dauerte, hatte weniger Zulauf als andere Veranstaltungen der Stiftung Schleife. Der Veranstalter zählte etwa 700 Dauerteilnehmer (inkl. Mitarbeiter) und durchschnittlich 100 Tagesgäste.

Zum Auftakt sprach der Berner reformierte Pfarrer und Buchautor Paul Veraguth über den Zusammenhang von Versöhnung und geistlichem Aufbruch. Er legte das Wort von Jesus aus: „Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer zu entfachen, und ich wollte, es stünde schon in hellem Brand. Aber ich muss noch eine Taufe auf mich nehmen, und ich wünschte, ich hätte sie schon hinter mir“ (Lukas 12,49.50). Laut Veraguth meint Jesus, dass er sich im Leiden am Kreuz in die Realität der sündigen Menschen hineintaufen lässt, sie radikal annimmt.

Jesus legte die Grundlage

Für den Berner Pfarrer ist dieser Zusammenhang auch für Versöhnungsprozesse unter Menschen massgebend: dass jeder sich „in die Andersartigkeit, die Fremdartigkeit, Schwachheit und Einseitigkeit anderer hinein taufen“ lässt. Das heisse nicht, dass man alles von anderen zu übernehmen habe, sondern sich auf sie einlasse und sie liebevoll zu verstehen suche. So könne neu Bruderschaft wachsen unter Christen, die durch die Kirchengeschichte getrennt wurden, aber Christus als den auferstandenen Herrn bekennen.

Folgen der Opfermentalität ans Licht gebracht

Am Freitag kamen Vertreter der Täufer aus der Schweiz und den USA ausführlich zu Wort. Die Mennoniten aus dem Lancaster County in Pennsylvania, dem traditionsreichsten Siedlungsgebiet der Täufer in der neuen Welt, legten die Nöte dar, die sie aufgrund ihrer schweren Geschichte und täuferischer Fixierungen (Opfermentalität, gesetzliche Frömmigkeit) bedrücken.

Manche Teilnehmer der Gruppe hatten in den letzten zwei Jahren – schon bevor der Kontakt zur Stiftung Schleife entstand – in anhaltendem Gebet die kirchengeschichtlichen Hintergründe von mennonitischen Spaltungen und Gemeindeproblemen aufzuhellen und diese Knoten im Ringen um Versöhnung zu lösen versucht. Die Zusammensetzung der Gruppe unter Führung von Bischof Lloyd Hoover ergab sich aus diesem Ringen. Die Winterthurer Konferenz erwies sich für die Lancaster-Mennoniten als ein Heimkommen, mit dem Potential, die eigenen Nöte künftig gelöst zu behandeln.

Prägung der Schweizer Mennoniten

Weiter sprachen am Freitag auch zwei führende Vertreter der Schweizer Mennoniten (heute 14 Gemeinden in der Nordwestschweiz mit 2500 getauften Gliedern). Thomas Gyger, Leiter der Konferenz der Mennoniten-Gemeinden, dankte der Stiftung Schleife für die Bemühungen, Brücken zu schlagen. Er zog eine Parallele zwischen dem jüdischen Volk, Träger und Vermittler der Offenbarung Gottes, und den Täufern im 16. Jahrhundert.

Die Täufer wurden laut Gyger „durch ihr Leiden und ihre Verfolgung auch zu Trägern und Vermittlern der Offbarung Gottes“ – nicht einer neuen, sondern eher einer vergessenen Offenbarung: „Ihnen wurde die Wiederherstellung eines urchristlichen Verständnisses von Christsein und von Gemeindesein in der Welt anvertraut“. Wie die Juden, die er einst als sein Volk formte, habe Gott auch die Täufer in seine Hand genommen, „um sie auf seine Art zu gestalten und zu formen, so dass daraus schlussendlich geeignete Formen des Verständnisses von dem, was Jesus einmal vorgelebt hat, wieder neu entdeckt und neu vorstellbar wurden“.

Thomas Gyger sagte auch, worin sich dieses Verständnis äussert: „in einer radikalen Umkehrung der weltlichen Werte, indem sich Stärke nicht durch Macht und Gewalt ausdrückt, sondern – nach dem Vorbild von Jesus Christus am Kreuz – durch Schwachheit, durch Bereitschaft zum Leiden und auch durch Liebe sogar zu den Feinden“.

Einst und jetzt

Gyger verschwieg nicht, dass sich die Mennoniten, im Unterschied zu den Evangelisch-Taufgesinnten auch Alttäufer genannt, im Lauf der Jahrhunderte veränderten. Sie hätten sich „an unterschiedlichen theologischen und zeitgeistlichen Quellen ernährt“. Dies wirke sich aus: „Gezeichnet durch unsere Erfahrungen, sind wir mittlerweilen in vielem vorsichtig geworden. Anstatt aufzufallen, wollen wir lieber gefallen – ein Bedürfnis also nach Anerkennung, nicht selten auch der Volkskirche gegenüber. Manchmal wollen wir auch ein bisschen revolutionärer sein, z.B. in Flüchtlingsfragen oder in der Geschlechtergleichstellung.“

Zugleich betonte der Schweizer Mennonitenleiter die Stärken der Freikirche, etwa sorgfältige Konsensfindung „unter Einbeziehung einer möglichst breiten Basis“, auch bei theologischen Differenzen – „wir sind stets bestrebt, die Dinge zusammen zu machen, auch wenn das viel Zeit und Energie braucht“. Weiter erwähnte er Gastfreundlichkeit und Dienstbereitschaft – und einen „Skeptizismus gegenüber staatspolitischem Machtgefüge“, der sich etwa darin ausdrückte, dass auch nach den Attentaten vom 11. September manche US-Mennoniten keine Fahne in die Schaufenster ihrer Geschäfte hängen wollten.

Das Sehnen nach einer ‚Geist-gewirkten Radikalität‘

Die Kurzfristigkeit der Vorbereitungen zur Winterthurer Konferenz machte es den Schweizer Mennoniten (mit ihren autonomen Gemeinden) nicht leicht, in den Prozess hineinzufinden. Pfr. Geri Keller, der Leiter der charismatisch ausgerichteten Stiftung Schleife, hatte in einem Offenen Brief an die Schweizer Täufer von einem unter landeskirchlichen Christen verbreiteten "Hunger nach einem echten Leben der Nachfolge, nach einer Geist-gewirkten Radikalität" gesprochen.

Thomas Gyger nahm darauf Bezug, als er das Täufertum des 16. Jahrhunderts als eine „Quelle von echt gelebter Freiheit“ bezeichnete. Solche Quellen, „Vorkommen lebendigen Wassers“, seien indes „nicht für alle Zeit an bestimmte Kirchen und Denominationen gebunden“. Sie träten vielmehr „hier und da, sporadisch auf, quer zum Verlauf der Geschichte und der Zeit, überall da, wo sich Menschen ihrer totalen Verlorenheit und Abhängigkeit von dem dreieinigen Gott wieder neu bewusst werden und sich ihm hingeben.“ Und er fuhr fort: „Nicht wir können können euren Hunger und euren Durst stillen. Gerne aber teilen wir, was wir geschenkt bekommen haben, in der Hoffnung, dass Christus, unser Herr, es für uns alle vermehren möge.“

Mennonitische Gesprächsbereitschaft und Selbstkritik

Als zweiter Vertreter der Schweizer Mennoniten sprach Hanspeter Jecker, Dozent am Theologischen Seminar auf dem Bienenberg bei Liestal. Jecker bekräftigte die Bereitschaft der Mennoniten zum Gespräch, äusserte aber auch „gemischte Gefühle“ zum Vorgehen und den Perspektiven der Winterthurer Organisatoren. Er teile die Zuversicht, dass aus dem Prozess der Begegnung etwas Gutes und Zukunftsweisendes entstehen könne, sagte Jecker. „Anderseits hat die Konferenz nicht nur das Potential der Heilung, sondern trägt auch die Möglichkeit neuer Ausgrenzungen und Spaltungen in sich.“

Diese Gefahr sei durchaus nicht einfach die Schuld der Organisatoren; sie zeige sich bei allen geistlichen Erneuerungsbewegungen. Seine Ausführungen, die wie jene Gygers auch selbstkritische Aspekte hatten, verstand Jecker als Beitrag dazu, „dass dieser angestrebte Versöhnungsprozess mit den Täufern und darüberhinaus das Ringen um ein glaubwürdigeres Christus-Zeugnis sowie die Neubesinnung und Neuausrichtung unseres Auftrags als Kirchen gelingen möge“. Die Täufer sind laut Jecker bereit, „als Wegbegleiter zu dienen auf einer Entdeckungsreise nicht nur zu den Stärken, sondern auch zu den Schwächen unserer Tradition“.

Heute stünden die Landeskirchen viel stärker in der Kritik. Doch auch Täufer hätten sich damals schuldig gemacht, seien nicht nur Opfer, sondern auch Täter gewesen. Mit scharfen, kantigen Aussagen hätten die ersten Täufer Zwingli verletzt, sagte Jecker. Insgesamt müsse das Ringen um Wahrheit mit dem Ringen um Einheit, wie sie von Jesus erbeten wurde, einhergehen. „Unsere Frömmigkeitsformen sind Stückwerk; wir haben voneinander zu lernen“. Der mennonitische Theologe nannte in der Folge zehn Punkte für das gemeinsame Weitergehen im Ernstnehmen des täuferischen Erbes.

Für die Freisetzung der Amischen

Am Samstag Morgen hatte nach der Lobpreiszeit mit der Reithalle-Band ein Brückenbauer eigener Prägung das Wort in der Eulachhalle: der aus Ägpyten stammende, heute von Vancouver aus wirkende Pastor David Demian. Er sagte, Gott habe auf der Welt verschiedene Christen berufen, für die Schweizer einzustehen, damit das Volk seine geistliche Berufung wahrnehmen könne. Wenn Gottes Zeit, sein ‚kairos' da sei, lasse sich sein Werk der Wiederherstellung der Kirche nicht aufhalten.

Die Erneuerung der Amischen um Ben Girod sei ein Beleg dafür, dass Gott auch ganz in Traditionalismus gefangene Gemeinschaften freisetzen könne. „Wenn Gott etwas tun will, wird Tradition ihn nicht daran hindern. Und auch ungehorsame Christen werden es nicht verhindern.“ Anfang August letzten Jahres hätten sich Amische und Schweizer Christen in Charlottetown in Kanada getroffen. Nun, neun Monate später, werde das Kind geboren, sagte Damian: „Die Zeit ist da, dass die Schweizer Kirche vor Gott für die Freisetzung der Amische eintritt.“

Frei von jahrhundertealter Gesetzlichkeit

Damian verwies auf Geri Keller, der am Vortag vor dem Hintergrund der Versöhnung geistliche Freiheit für die amischen Gemeinschaften proklamiert hatte. Als Pionier dieser Befreiung von den Fesseln der Tradition wurde dann Ben Girod auf die Bühne gebeten. Girod, ein Leiter der 35-köpfigen Amisch-Gruppe in Winterthur, lebt im US-Bundesstaat Idaho. Er war, wie er Livenet gegenüber schilderte, vor über 20 Jahren durch Gottes Geist erneuert worden, wurde aber wegen der inneren Gelöstheit, die in seinem Lebensstil zum Ausdruck kam, wiederholt aus amischen Gemeinden im Osten der USA weggewiesen.

(Die Amischen, die nach Winterthur kamen, unterscheiden sich infolge einer charismatischen Erneuerung stark von den Amischen, die man von Postkarten kennt, den Bauern und Handwerkern in den USA, die nach wie vor auf Elektrizität verzichten, keine Flugzeuge benutzen, nach überkommenen, strikt durchgesetzten Regeln leben und sich von allen christlichen Kirchen fernhalten. Die Suche der ‚exotischen‘ Amischen um Ben Girod nach ihren geistlichen und kirchengeschichtlichen Wurzeln in der Schweiz war der ursprüngliche Anstoss zur Winterthurer Konferenz. Sie suchten, wie Paul Veraguth gegenüber Livenet formulierte, im Land der Ursprünge ihre geistlichen Geschwister und Väter.)

„Die Erlösung ischt jetzt gekommen“

Ben Girod proklamierte vor der unsichtbaren Welt „Freiheit und Freisetzung“ für die Amischen, die Mennoniten und Täufergemeinschaften. Dadurch dass sich die Schweizer Christen unter ihre historische Schuld beugten, werde die Schweiz ein Schlüssel für die geistliche Erneuerung von Völkern. „We are an evidence of that“ (wir sind ein Beweis dafür), rief Girod bewegt in die Halle. Er fügte an, seine Frau Barbara habe schon im letzten November, beim ersten Besuch in der Schweiz, ein Wort von Jesus Christus erhalten – Ben sagte es im Deutsch seiner Vorfahren: „Die Erlösung ischt jetzt gekommen“.

Symbolträchtige Fusswaschung

Im Rahmen der Konferenz hatte am Freitag ein Pfarrertag stattgefunden. Die 50 teilnehmenden Pfarrer aus der Deutschschweiz und Deutschland gaben ein starkes Zeichen der Verbundenheit und ihrer Dienstbereitschaft: Als Nachfolger jener reformierten Geistlichen, die die Täufer verfolgt hatten, wuschen sie den Amischen aus den USA auf der Bühne die Füsse, was mit viel Tränen verbunden war.

Mehrere Pfarrer äusserten sich belastet durch die kirchengeschichtlichen Fixierungen in der Tauffrage. Einzelne wünschten mehr Freiheit in der Taufpraxis, gemäss den biblischen Vorgaben.

Bewegende Momente im Zürcher Grossmünster

Am Samstag Nachmittag reisten die Konferenzteilnehmer an zwei Orte der frühen Täufergeschichte: Die Mehrheit machte im Herzen von Zwinglis Zürichs (wo es abgesehen von einer Tafel am Haus des Täuferpioniers Konrad Grebel keine öffentlich sichtbaren Spuren der Täufer gibt!) einen Rundgang, ging auch an die Stelle an der Limmat, wo Täufer ertränkt worden waren, und fand sich im Grossmünster zu einer Feier zusammen. Die Gruppe der 35 Amischen aus dem Westen der USA sang Lieder, und ihr Leiter Ben Girod erklärte, sie seien nun zurückgekommen zu ihren Wurzeln. „Wir sind bereit zu vergeben und möchten Vergebung aussprechen im Blick auf die Vergangenheit.“

Der reformierte Kirchenratspräsident Pfr. Ruedi Reich erinnerte in seinem Grusswort an die enge Freundschaft und die evangelischen Überzeugungen, die die ersten Täufer zu Beginn der Reformation mit Zwingli verbanden. „Aber es gibt hier auch Trennendes bis heute: Die reformierte Kirche hielt an der Kindertaufe fest und anerkennt Kindertaufe und Erwachsenentaufe als gleichwertig.“ Um in Staat und Gesellschaft hineinzuwirken, sei Zwinglis Kirche bereit gewesen, auch Kompromisse in Kauf zu nehmen.

Kirchenratspräsident: Verfolgung war ‚Verrat am Evangelium‘

Reich bezeichnete das Unrecht, „das taufgesinnten Menschen über Jahrhunderte angetan“ wurde, als „Verrat am Evangelium, welchen wir mit tiefem Erschrecken vor Gott bekennen“. Er betonte, dass Reformierte und Täufer „Zweige desselben evangelischen Astes am grossen christlichen Baum“ seien.

Statt der Orgel waren im Grossmünster an diesem Samstag Nachmittag Alphörner zu hören. Der Konferenzleiter Geri Keller äusserte sich tief bewegt über die Möglichkeit der Feier an Zwinglis Wirkungsort. Ein Traum gehe für ihn in Erfüllung, sagte der Schleife-Leiter und unterstrich dies mit einem Jauchzer.

In der Täuferhöhle

Der andere Teil der Winterthurer Konferenzteilnehmer reiste am Samstag Nachmittag ins Zürcher Oberland nach Bäretswil. In einem Gottesdienst, den von reformierter Seite der Gemeindepfarrer Martin Bihr und der Vize-Dekan des Bezirks Hinwil, Daniel von Orelli, gestalteten, wurde der Abschnitt aus der Bergpredigt, in dem Jesus sich gegen das Schwören ausspricht, aus der Froschauer Bibel von 1536 gelesen.

Die mennonitischen Gäste aus den USA legten ihren Schmerz über das Leid offen, das ihre Vorfahren erfahren hatten. Einer hatte im Bäretswiler Weiler Neuthal gelebt, war 1639 in Zürich eingekerkert und dann vertrieben worden. Sein Nachfahre sprach nun mit bewegter Stimme Vergebung aus und wünschte der reformierten Gemeinde am Ort den Segen Gottes.

Oberhalb des Dorfes liegt in einem steilen Waldstück unter einer gewaltigen Felsplatte, über die Wasser läuft, die Täuferhöhle. Ihren Namen hat sie von Täufern, die sich im 16. und 17. Jahrhundert da versteckten, um der Verhaftung zu entgehen. Die Konferenzteilnehmer wanderten zur Höhle hinauf und vergegenwärtigten sich jene Zeiten.

Die Taufe gehört Jesus

Am Sonntag Morgen nahm der Thuner Evangelist Erich Reber Fäden aus den Vortagen auf und ermutigte zur persönlichen Hingabe an Christus. In der Abschlussveranstaltung am Nachmittag unterstrich Pfarrer Geri Keller die Wichtigkeit des Annehmens von Schuldeingeständnissen und der Vergebung.

Dann kam er auf den Umgang mit der Tauffrage in der Landeskirche zu sprechen. Er habe persönlich erlebt, dass Gott in der Kindertaufe am Säugling sehr viel tue, sagte der pensionierte reformierte Geistliche. Zugleich machte Keller den anwesenden reformierten Pfarrern Mut, sich des nochmaligen Taufens von Menschen, die danach verlangten, nicht zu schämen und es nicht zu verbergen.

Versöhnung: nicht mit Gedenktafeln, sondern von Mensch zu Mensch

Die Auswirkungen der Konferenz ‚Heile unser Land‘ können noch nicht abgeschätzt werden. Den freikirchlichen Christen, die sich nach Winterthur begaben, dürften die Schuldbekenntnisse reformierter Leiter und der ausdrückliche Wunsch zu lernen tief in der Seele wohlgetan haben. Beeindruckt von diesem Geschehen an der Konferenz zeigte sich auch Hans Gerber, der ehemalige Präsident des Bundes Evangelischer Täufergemeinden (ETG). Er drückte reformierten Pfarrern im persönlichen Gespräch seinen Willen zu vergeben aus. Gegenüber Livenet sagte Gerber, dass auch die Freikirchler gefordert seien, übermässige Abgrenzung und Überheblichkeit loszulassen.

Pfarrer Peter Dettwiler, in der Zürcher reformierten Landeskirche verantwortlich für zwischenkirchliche Beziehungen, Ökumene und Mission, nahm von Donnerstag bis Samstag teil und erlebte die Konferenz, wie er Livenet sagte, „grundsätzlich sehr positiv“. Dettwiler rechnet es Geri Keller hoch an, dass er das komplexe Thema aufnahm. Die Bedeutung der Konferenz sieht er einerseits in einer „Versöhnung der Erinnerung“, anderseits in Anstössen zu einem fruchtbareren Dialog zwischen Landeskirchen und Freikirchen in der Schweiz. Die Winterthurer Konferenz stellt der Kirche Zwinglis, die im nächsten Jahr den 500. Geburtstag seines Nachfolgers Heinrich Bullinger feiern will, die Frage, wie sie mit der Täuferfrage umgeht.

Eine Zusammenstellung von Aussagen verschiedener Kirchenleiter an der Winterthurer Konferenz und ein Interview mit Ben Girod folgen.

Frühere Livenet-Artikel zur Konferenz:
www.livenet.ch/www/index.php/D/article/154/7995/
www.livenet.ch/www/index.php/D/article/103/7794/
www.livenet.ch/www/index.php/D/article/154/7823/

Webseiten:
www.schleife.ch
www.menno.ch

Datum: 07.05.2003
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

Kommentar

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