Alice Cooper gibt Sonntagsschule

Alice Cooper in ein Schema zu pressen ist schwieriger, als ein Kamel durch ein Nadelöhr zu ziehen: Auf der Bühne schockt er noch immer, privat gibt er Sonntagsschule. Livenet.ch-Mitarbeiter Daniel Gerber sprach mit der Rocklegende Alice Cooper.

Auch mit bald 55 Jahren legt sich Alice Cooper, Miterfinder des Glam Rock, auf der Bühne ins Zeug. Privat hat sich Vincent Damon Furnier – wie Cooper bürgerlich heisst – gemässigt. Seit 26 Jahren ist er mit Sheryl verheiratet, gemeinsam haben sie drei Kinder.

Sein früherer Lebensstil brachte den Predigerssohn an den Rand des Abgrunds, den Schritt darüber hinaus machte er im Gegensatz zu vielen anderen Rockstars aber nie. Er habe vor zehn Jahren aufgehört, privat Alice Cooper zu sein, seine Alkoholsucht ist längst überwunden. Dafür macht er etwas ganz anderes: «Abwechslungsweise mit anderen gebe ich Sonntagsschule. Ich gehe jede Woche zur Sonntagsschule und in die Gemeinde, sowie am Mittwoch Vormittag ins Bibelstudium. Das mache ich seit zehn Jahren und es ist sehr wichtig für mich.»

Alice in der Sonntagsschule

Das Cooper gut im Geschichten erzählen ist, sieht man auf seinen Alben. Darum die Frage, was er den Kids in der Sonntagsschule denn erzählt: «Die biblischen Geschichten sind viel besser als meine. Es sind die besten Geschichten. Wenn ich Sonntagsschule gebe, halte ich mich an den biblischen Text. Wir sprechen zum Beispiel über David und Goliath, Simson und die anderen grossen Geschichten der Bibel. Die kleinen Kinder verstehen nur die Basis der Prinzipien. Gut und Böse. Vertrauen in Gott und so weiter. Sie nehmen einfach das auf.»

Weihnachten bei Alice

Weihnachten feiert Cooper wie die meisten Amerikaner. Fast zumindest: «Ich habe die Tendenz, alles zu übertreiben. Unsere drei Kinder, meine Frau und meine Mutter brauchten beim letzten Fest, fast drei Stunden um all die Geschenke, die ich ihnen kaufte, auszupacken.» Als er noch ein Kind war, habe es jeweils ein Geschenk gegeben. «Mein Vater verdiente nicht soviel Geld. Wir wohnten in einem Haus, das so gross war, wie ein Hotelzimmer. Ich sagte mir: Wenn ich gross bin und Geld habe, wird Weihnachten das grösste sein. So ist es gekommen.» Er habe daheim sehr traditionelle Weihnachten erlebt. «Mit Tannenbaum und viel Schmuck. Soviel dass die Äste zu brechen drohten. Als Christ steht aber für mich die Geburt von Jesus im Zentrum.»

Den Kindern in der Sonntagsschule erzählt er die Weihnachtsgeschichte. «Sie hören sie jedes Jahr. Gleich wie ich früher aber das gehört dazu.» Alice Cooper hat erkannt: «Repetition ist für Kinder etwas sehr wichtiges. Es gibt ihnen Sicherheit. Meine neunjährige Tochter kommt und sagt zu mir: „Ich möchte diese Geschichte hören!“ Ich sage: „Du hast sie schon zwanzig Mal gehört.“ Sie erwidert: „Ich will sie wieder hören!“ Also erzähle ich sie ihr.»

Audio-Beitrag

Webseite: www.alicecooper.com/

Datum: 10.01.2003
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch

Kommentar

Regula Lehmann: Empörung ist billig
Wir befinden uns inmitten der Fastenzeit vor Ostern. Livenet-Kolumnistin Regula Lehmann fastet...

Adressen

CGS ECS ICS