Wieder Übergriff in Malatya

«Segnet, die euch verfluchen»

Vor kurzem wurde in der südosttürkischen Stadt Malatya eine türkisch-protestantische Gemeinde beschädigt. Die Gläubigen reagierten mit einem einladenden Banner. Traurige Berühmtheit hatte die 770'000-Seelen-Stadt vor zehn Jahren durch den Mord an drei Christen erlangt.

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In Malatya wurde eine Gemeinde beschädigt. Die Christen schrieben ans Fenster: «Segnet, die euch verfluchen; betet für die, die euch beleidigen.»
Durch einen Angriff wurde eine türkisch-protestantische Kirche in der südosttürkischen Stadt Malatya beschädigt. Zudem wurde ein Anschlag auf 13 alewitische Familien verübt. Um Spannungen gering zu halten, ermittelte die Polizei rasch und ein Parlamentsmitglied besuchte die Christen und Alewiten der Stadt.

Beim Übergriff auf die Kurtulus-Kirche, was so viel wie Rettungs- oder Heils-Kirche bedeutet, zerstörte der Angreifer das Schaufenster. Dank der Sicherheitskamera konnte der Täter von den Behörden identifiziert werden – ähnlich wie während des Militärputsches 2016, als die Glasscheiben der Kirchentüre zerstört wurden.

«Vor Gericht verantworten»

Kurz vor dem jüngsten Angriff auf die Kirche wurden grosse rote «X»-Zeichen an die Haustüren von 13 alewitischen Familien gemalt. Ebenfalls ähnlich wie während des Putschversuches.

«Diejenigen, die diese Dinge hier wiederholen, müssen sich einer nach dem anderen vor Gericht verantworten», ordnete Veli Agbaba von der republikanischen Volkspartei an. Denn «falls sie unbestraft bleiben, werden diese Arten von Anschlägen fortgesetzt».

«Segnet, die euch verfluchen»

Nachdem sie nachts den Schaden begutachtet hatten, klebten Vertreter der christlichen Gemeinde, für alle Passanten sichtbar, folgende Botschaft an die Fensterscheibe: «'Segnet, die euch verfluchen; betet für die, die euch beleidigen.' – Jesus Christus.»

«Das ist eine Chance für unsere Gemeinde, unseren Glauben zu leben und mit Liebe und Vergebung zu antworten», sagte ein Verantwortlicher der Gemeinde. «So handeln wir auf Jesu Worte hin und sprechen sie nicht nur aus.»

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Datum: 17.12.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Open Doors

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