Kardinal ruft zum Bleiben

Afrika kann Flüchtlings-Exodus nicht länger verkraften

Die anhaltende Flüchtlingswelle aus Afrika hat nach Überzeugung von Kurienkardinal Peter Turkson (66) gravierende Auswirkungen auf die Herkunftsländer. «Afrika kann diese demographische Ausblutung nicht länger verkraften», sagte der aus Ghana stammende Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

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Peter Turkson ruft die Afrikaner auf, in ihrem Land zu bleiben statt zu flüchten.
Gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» betonte er, dass die vielen jungen Menschen ihrer Heimat nicht verloren gehen dürften.
Turkson beklagte, dass sich die meisten Flüchtlinge grosse Illusionen über ihre Zukunft in Europa machten. «Die wirkliche Geschichte ihrer Wanderschaft wird daheim nie erzählt; über die Erniedrigung und die Schmerzen wird geschwiegen.» In Afrika müssten realistische Informationen über die Gefahren der Flucht und die Situation in Europa verbreitet werden.

Europa kann nicht immer mehr Menschen aufnehmen

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Peter Turkson
Der Kardinal appellierte an die Europäer, die Fluchtursachen in den Heimatländern zu bekämpfen. «Mildtätigkeit ist garantiert keine Lösung. Hier müssen gezielte Aufbauprogramme für die gefährdeten Staaten her, die gleichermassen Bildung, Ausbildung und demokratisches Regierungshandeln auf allen Ebenen anpacken.»

Europa selber könne nicht immer mehr Menschen aufnehmen und integrieren. «Wir haben die Krisen in den EU-Ländern von Griechenland bis Frankreich; die Angst vor Überfremdung in der Bevölkerung. Europa muss versuchen, dort anzusetzen, wo die Menschen ihre Wanderung beginnen.»

Kritik an Afrikas Eliten

Mit Blick auf die Kolonialgeschichte sagte der Kardinal, Europa habe sich aus der Verantwortung für seine ehemaligen Kolonien gezogen. Nur deshalb hätten China und Indien heute so grossen Einfluss in Afrika.

Zugleich kritisierte der Kurienkardinal die afrikanischen Eliten, die nie gelernt hätten, dass Macht dazu da sei, den Menschen zu dienen. «Die Eliten wollen herrschen – um der Macht und des Reichtums willen.»

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Datum: 13.08.2015
Quelle: kath.ch

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