Methodisten – Profil einer traditionsreichen Freikirche

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Der Beginn des Methodismus geht auf die Brüder John und Charles Wesley zurück. Sie waren die Köpfe einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert, die in der anglikanischen Kirche ihren Anfang nahm. Gemeinsam kamen die Brüder Wesley mit anderen Studenten in Oxford mehrmals in der Woche zum abendlichen Bibelstudium und Gebet zusammen.

Sie wurden belächelt, nicht zuletzt wegen ihrer festen Regeln zu Zeiteinteilung und Lebensführung, und ihr Kreis als "The Bible Moths" ("Bibelmotten") bezeichnet - der Name "Methodisten" blieb über die Jahre erhalten.

Es ging um Umkehr, nicht um eine neue Kirche

Es war nicht eine neue Lehre, die von den Brüdern Wesley ausging, sondern ein besonders eindringlicher Ruf zur Umkehr und dazu, die Vergebung der Sünden durch Jesus Christus anzunehmen. Die Menschen, die so zum Glauben fanden, trafen sich regelmässig in "Klassen", in kleinen Gruppen, in denen sie einander Sünden bekannten, die Bibel lasen und beteten.

Es war nicht die Absicht der Brüder Wesley eine neue Kirche zu gründen. Sie mussten aber erleben, dass die anglikanische Kirche nicht willens und nicht fähig waren die neu gewonnenen Gläubigen aufzunehmen.

Zur Entstehung der Kirche gehört ein ausgeprägtes sozial-diakonisches Wirken von John Wesley. Er kämpfte gegen die Sklaverei und für bessere Bedingungen in den Gefängnissen, er gründete Armenapotheken und Darlehenskassen.

Internationale Verbreitung

Von England aus gingen methodistische Prediger in andere Länder. Die erste unabhängige methodistische Kirche entstand so in den Vereinigten Staaten. In Deutschland gab es erste Gemeindegründungen der Methodisten in Württemberg, Bremen und Sachsen im 19. Jahrhundert, Zur weltweiten methodistischen Kirchenfamilie gehören heute rund 70 Millionen Menschen in 132 Ländern.

Wie andere evangelische Kirchen kennt die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) die Taufe und das Abendmahl als Sakramente. Die EmK tauft Kinder, die von ihren Eltern zur Taufe gebracht werden und deren Hinführung zum Glauben in Familie und Gemeinde versprochen wird. Getauft werden auch mündige Jugendliche oder Erwachsene, wenn sie ihren Glauben bekennen und noch nicht getauft sind.

In die Gemeinde kann als Kirchenglied aufgenommen werden, wer als Kind oder Erwachsener getauft ist und vor der Gemeinde ein persönliches Glaubensbekenntnis abgelegt hat. Vor einem solchen Schritt, sind die Menschen zumeist Kirchenangehörige, früher wurden sie als Probemitglieder bezeichnet.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Kirchenglieder verringert (von 41 500 im Jahr 1994 auf 34 900), während die Zahl der Kirchenangehörigen von 23 000 (1994) auf 26 300 zunahm. Die EmK hat in Deutschland 542 Gemeinden (Zahlenangaben von Ende 2005).


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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