Livenet-Talk zu Evangelisation

«Jeder kann die eigene Art finden, von Jesus zu erzählen»

Evangelisation – für manche Leidenschaft, für andere eher mit Angst verbunden. Doch die Gäste vom Livenet-Talk am Freitag machten Mut: Jeder kann seinen Weg finden. Wer hätte gedacht, dass selbst Stephan Maag und Christoph Schum manchmal Überwindung brauchen?

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Livenet-Talk mit Madeleine Häsler, Beat Baumann, Christoph Schum und Stephan Maag (Bild: Livenet)
Der Mai steht ganz unter dem Thema «Kreative Evangelisation»: Die Bewegung «Go 2020» fordert Christen weltweit heraus, fünf Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Doch was, wenn sich jemand dafür viel zu schüchtern fühlt? Und wie geht das konkret während des Corona-Lockdown?

Corona, eine Chance

«Ich glaube, dass die Coronakrise eine Chance ist, viele Sachen neu zu überdenken und das Evangelium auf neue Art den Menschen weiterzugeben», erklärte Stephan Maag vom Verein «Fingerprint» gleich zu Anfang des Livenet-Talks, moderiert von Beat Baumann, Geschäftsführer von Livenet und internationaler Leiter Global Outreach Day. Und über genau diese neuen Wege ging es beim Talk.

Für Madeleine Häsler vom Netzwerk Schweiz waren die vergangenen Wochen durch das Homeschooling eine Herausforderung. Doch sie merkte, dass Menschen gerade jetzt viele Fragen hatten und begann, sich mit Freundinnen zu Spaziergängen zu verabreden. «Ich habe sehr viel Zeit gebraucht, einfach zuzuhören und vielleicht am Schluss ein Gebet anzubieten.» Daraus ergaben sich spezielle Begegnungen. «Jesus klopft an die Herzenstür unserer Freunde und es ist so wichtig, dass wir für sie da sind und mit ihnen Zeit verbringen.»

«Die meisten wollen wirklich wissen, was ich mit Gott erlebt habe»

Auch Christoph Schum vom Leitungsteam des ISTL hat in der Krise persönliche Kontakte gepflegt. Mit Hilfe einer Liste rief er Menschen an, fragte wie es ihnen geht und stellte teilweise konkrete Fragen wie «Was kann ich für dich beten?» oder «Weisst du, was ich mit Gott erlebt habe?».

Seine Erkenntnis dabei: «Die meisten Leute wollen wirklich wissen, was ich mit Gott erlebt habe.» So sei dann der Anfang gemacht, um davon zu erzählen, was Gott tut und wer Gott ist. Dieses persönliche Erleben sei nicht immer spektakulär, gibt Schum zu, «aber letztendlich kommen wir auf Gott zu sprechen und ich kann zeigen, dass ich mein Vertrauen auf ihn setze. Mittlerweile melden sich die Leute von selbst bei mir und bitten um Gebet.»

«Jeder kann seinen Weg entdecken»

Jeder Mensch ist unterschiedlich; manche sind extrovertiert und gehen gerne auf Leute zu, andere sind extrem schüchtern und reden nur ungern über den eigenen Glauben. Doch, darin waren sich alle Talk-Gäste einig, jeder kann die eigene Art finden, von Jesus zu erzählen. «Das ist mein Herzschlag, dass jeder Christ – egal ob extrovertiert oder introvertiert – sich in die Menschen investiert, die ganz natürlich um ihn herum sind. Und dafür muss man nicht 'der Evangelist' sein…», so Madeleine Häsler.

Für viele ist vielleicht überraschend, dass sich selbst Hardcore-Evangelist Stephan Maag zu Beginn eines Strasseneinsatzes überwinden muss – aber genau das berichtete er im Talk. «Das gehört glaube ich auch dazu; wenn ich bei irgendeinem Anlass wieder aus einem Sarg rausspringe, frag ich mich vorher: 'Ja, Stephan, warum machst du das?'» Viele Menschen hätten Angst. «Wir in Europa haben Angst, dass uns die Menschen nachher sozial ächten (…). Ich glaube, wenn du Jesus nachfolgst, dann gehört es dazu, dass es irgendwo polarisiert. Aber die meisten Menschen, vielleicht 80 bis 90 Prozent, haben kein Problem damit, wenn du authentisch zu Jesus stehst. (…) Wir müssen lernen, zu unserem Glauben zu stehen, wo wir sind, und alles andere Gott zu überlassen.»

Konkrete Ideen, Gottes Liebe weiterzugeben

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Christoph Schum ging auch darauf ein, dass Jesus ganz klar jedem Christen in der Bibel den Auftrag gab, von Gott zu reden. Dabei sei es nicht relevant, ob man introvertiert oder extrovertiert ist. «Das bestimmt höchstens den Weg, wie ich von Jesus weitererzählen kann.» Er als extrovertierter Mensch könne leichter auf Fremde zugehen, während ein Introvertierter vielleicht einen Brief schreibt und darin Gebet anbietet. «Das ist für eine introvertierte Person vermutlich einfacher als für mich!» Es sei hierbei einfach wichtig, einen persönlichen Weg zu finden.

Doch was sind ganz konkrete Möglichkeiten, im Mai von Jesus zu reden?

  • Madeleine Häsler: «Wir gehen häufig wie mit Scheuklappen durch die Welt und haben nur die eigene Agenda im Blick. Ich habe angefangen, für die Leute zu beten, die ich unterwegs sehe, sie ganz bewusst wahrzunehmen.»
  • Christof Schum: Mit Kreide Bibelverse auf die Strasse malen – an einem Ort, an dem sie durch den Regen später wieder weggewaschen werden.
  • Madeleine Häser: Für fünf Menschen beten, sie dann anrufen, einen Brief schreiben, etwas vorbeibringen, eine Bibel schenken oder sie auf einen Kaffee einladen und das Gespräch suchen.
  • Stephan Maag: Fünf Leute überlegen, Nichtchristen oder solche, die frisch im Glauben sind und sich regelmässig mit ihnen treffen, gemeinsam joggen oder spazieren gehen und am Schluss mit ihnen beten.
  • Madeleine Häsler: Freunden den Link zum Gottesdienst-Livestream schicken, sie zum mitschauen einladen und hinterher nachfragen.  
  • Beat Baumann: Auf sozialen Medien Inhalte von christlichen Seiten wie Jesus.ch posten.
  • Stephan Maag: Auf einen Karton «Was ist Hoffnung» schreiben, damit auf die Strasse gehen und Menschen ihre Antwort mit einem Stift auf den Karton schreiben lassen (den Stift muss man nur immer wieder desinfizieren) – und dann darüber ins Gespräch zu kommen.

Weitere kreative Evangelisationsmöglichkeiten finden sich auch im Livenet-Dossier «Kreative Evangelisation».

Im Zusammenhang mit Go 2020 bieten die drei Livenet-Talk-Gäste in den nächsten Tagen Online-Schulungen zum Thema Evangelisation an. Weitere Infos finden Sie hier.

Hier können Sie den Livenet-Talk in voller Länge sehen:


Zum Thema:
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Datum: 08.05.2020
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet

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