Nach Militärputsch in Myanmar

«Das Volk braucht unsere Gebete mehr denn je»

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Ein Feuer im grössten Flüchtlingslager Myanmars (Bild: Instagram)
Die Wirren in Myanmar sorgen für ein Klima der Angst. Seit dem Militärputsch am 1. Februar 2021 wurden mindestens 700 Menschen getötet. Verschiedene Organisationen, darunter «Gospel for Asia», rufen dazu auf, für das Land zu beten.

Paul Barker, Bischof in der anglikanischen Diözese von Melbourne, arbeitete 15 Jahre lang in Myanmar (auch Birma auf Deutsch und Burma auf Englisch genannt), insgesamt besuchte er die Nation mehr als 40 Mal.

Nun ruft Barker zum Gebet auf und berichtet: «Myanmar befindet sich nicht in einem Krieg. Ein Krieg in der heutigen Welt würde bedeuten, dass die gegnerischen Parteien einige Waffen haben, um zu kämpfen und die Fähigkeit, sich zu verteidigen.»

Dies sei nicht der Fall. «Medizinisches Personal, das verletzten Demonstranten helfen will, kann selbst verhaftet und gefoltert werden. Selbst aus der eigenen Klinik heraus», zitiert Barker einen Bericht, der ihn ereilt hat.

Hoffnung bleibt

Und weiter: «Auch wenn sie nicht protestieren, können sie jederzeit und überall festgenommen, geschlagen, gefoltert, gedemütigt und entmenschlicht werden, sogar in ihrem eigenen Haus.»

Mobile Daten seien seit mehreren Wochen weitgehend abgeschaltet. Viele Apps und Webseiten, wie Facebook, Twitter, Instagram, Google und so weiter, seien blockiert, um die Verbreitung von Informationen und Nachrichten zu unterdrücken.

Dennoch hätten die Menschen Hoffnung und den unerschütterlichen Glauben, dass die Gerechtigkeit am Ende siegt.

Aufruf zum Gebet

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Gründer GFA K.P. Yohannan
«Gospel for Asia» (GFA) ruft Christen auf, für die leidende Bevölkerung Myanmars zu beten. «Wie bei jeder Krise sind es die Unschuldigen, die am meisten leiden», sagt K.P. Yohannan, Gründer von GFA. «Wir von GFA World bitten die Menschen überall, sich uns anzuschliessen und für Frieden, Gerechtigkeit und Gottes Schutz über das Volk von Myanmar während der gegenwärtigen Unruhen zu beten.»

Yohannan forderte die Menschen auch auf, für die Freilassung der Führer und Demonstranten zu beten, die vom Militär inhaftiert wurden. «Nirgendwo in Myanmar ist es zur Zeit sicher. Jede einzelne Nacht wird in Angst verbracht und die Morgendämmerung scheint schwer zu erreichen zu sein. Die Menschen sind unruhig und körperlich und geistig erschöpft. Viele Geschäfte wurden niedergebrannt.»

Gewalt verurteilt

Weltweit wurde der Putsch und die Gewalt des Militärs gegen die Demonstranten verurteilt. Trotzdem wurden Hunderte festgenommen und inhaftiert, unter ihnen Parlamentsmitglieder, Ärzte und Regierungsbeamte.

«Das Volk von Myanmar braucht unsere Gebete und Unterstützung mehr denn je», sagte Yohannan, dessen in Texas ansässige Organisation Millionen von Kindern und Familien in ganz Asien durch ihr Kinderpatenschaftsprogramm und mit sauberem Wasser durch die «Jesus Wells» hilft.

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Datum: 13.04.2021
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Eternity / Assist News

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