Tragödie brachte sie zum Singen

Erster Auftritt an der Beerdigung des Bruders

Zoom
Anne Wilson (Bild: Instagram)
Anne Wilson wollte immer nach den Sternen greifen. Als Kleinkind schaute sie gen Himmel und träumte davon, Astronautin zu werden. Doch eine Tragödie in ihrer Familie änderte ihre Pläne. Heute ist sie eine erfolgreiche Sängerin.

Die 19-Jährige Musikerin Anne Wilson aus Kentucky wollte eigentlich immer Astronautin werden. Doch der Tod ihres Bruders Jacob bei einem Verkehrsunfall vor vier Jahren zerriss ihr das Herz und löste gleichzeitig etwas in ihr aus, das sie nicht erwartet hatte: Anne verarbeitete den Tod ihres 23-jährigen Bruders, indem sie sich ans Klavier setzte und sang.

Dabei fiel ihr und ihrem Umfeld die gefühlvolle Gesangsstimme auf. «Das war ungewöhnlich», erinnert sich ihr Vater Kent. Bisher hatten die Eltern ihre Tochter nur in der Kirche Hymnen singen hören. Sie war zwar eine gute Klavierspielerin, da sie dies von klein auf gelernt hatte, aber sie war bisher nicht als Sängerin in Erscheinung getreten.

Erster Auftritt

Ihre Mutter hörte sie spielen und singen und war so gerührt, dass sie Anne fragte, ob sie bei Jacobs Beerdigung singen würde. Sie lehnte zunächst ab, weil sie nicht glaubte, dass sie es schaffen würde, sagte ihren Eltern aber später, dass sie es tun würde.

«Ich ging nach oben in mein Zimmer und schloss mich ein», blickt sie zurück. «Es war schwer, mit all den Leuten im Haus umzugehen. Ich weiss noch, wie ich Gott bat: 'Ich weiss, dass ich das mit meinen Kräften nicht schaffen kann. Zeig mir, wie ich das machen soll!’» Und das tat er. Sie habe einen starken Frieden erlebt.

Das erste Mal, dass Anne Wilson in der Öffentlichkeit sang, war bei der Beerdigung ihres Bruders vor 1'200 Menschen. Ihre Darbietung von «What A Beautiful Name» war tief ergreifend. Freunde von ihr spielten Geige, Gitarre und Keyboard, um ihren Gesang zu ergänzen. «Es war wirklich eine Anbetung», sagte sie.

Video geht viral

Die Musik war so bewegend, dass sie später gebeten wurden, ein Video mit der gleichen Gruppe von Freunden zu drehen, darunter Annes Schwester Elizabeth am Keyboard. Es wurde über Nacht zu einer Sensation auf YouTube und daraus entstand ein Kontakt zu einem Agenten in Nashville.

«Das war der Startschuss für alles», sagt Anne. «Es ging innerhalb von ein paar Monaten im Jahr 2017 viral. Eine Menge Dinge passierten rasch. Gott tat eine Menge Wunder.» Nach ihrem Highschool-Abschluss im vergangenen Mai widmete Anne Wilson sich verstärkt ihrer aufblühenden Musikkarriere – eine Karriere, die sie nie in Betracht gezogen hatte.

NASA muss warten

Drei Plattenfirmen machten ihr Angebote, und es wurde ein rasanter Karrierewechsel für die junge Frau, die zunächst noch die High School an der «Veritas Christian Academy» in Lexington beenden musste. Sie zog nach Nashville. Die NASA musste also noch warten.

Anne begann, Songs mit einigen der grössten Namen der christlichen Musikszene zu schreiben. Matthew West arbeitete mit ihr am Hit «My Jesus», der die Charts stürmte und bei YouTube mehr als vier Millionen Mal angesehen und auf Facebook 12,9 Millionen Mal aufgerufen und 290'000 Mal geteilt wurde.

«Es war erstaunlich zu sehen, wie Gott in ihrem Leben gewirkt hat», sagte ihr Vater. «Meine Frau Lynn hat alle drei Kinder dazu gebracht, Klavierunterricht zu nehmen. Meine Mutter hat das Gleiche mit mir gemacht. Anne hasste es am meisten von allen dreien. Und jetzt sehen Sie, wie Gott sie benutzt.»

Faszination für Weltraum ist geblieben

Annes Terminkalender ist jedes Wochenende mit Auftritten gefüllt, und sie schreibt zwei bis drei Tage pro Woche Musik. Ihr Vater staunt über den Weg, den seine Tochter nun macht. «Sie wollte unbedingt Astronautin werden und sie war eine sehr, sehr gute Schülerin. Sie hätte es weiterverfolgen können und hätte es wahrscheinlich auch erreicht.»

Anne sagt, dass der Weltraum sie immer noch fasziniert und dass sie, sollte sie jemals die Chance dazu bekommen, gerne eine Reise zu den Sternen unternehmen würde. «Ich habe immer noch eine grosse Leidenschaft dafür», sagt sie.

«Immer noch ein Mädchen aus Kentucky»

Kürzlich veröffentlichte sie den Song «No Place Like Home». Der neue Song handelt von ihrem Bruder und ihren gemeinsamen Erinnerungen auf der Farm ihres Grossvaters in Kentucky. Es ist ihr bisheriger Lieblingssong und einer, an dem auch Matthew West mitgearbeitet hat. Er wurde am selben Tag geschrieben wie der Hit «My Jesus».

Anne Wilson: «Der Song entstand in etwa zehn Minuten, was ein Beweis dafür ist, dass wir ihn von Gott geschenkt bekamen», sagte sie. «Es ist mein Lieblingslied und mein ganz besonderes Lied.»

Anne sagt, sie sei im Herzen immer noch ein Mädchen aus Kentucky. «Die Farm ist mein Lieblingsort auf der Welt. Ich möchte wieder dorthin zurückziehen. Ich liebe unsere Farm. Wir drei Geschwister stehen uns sehr nahe. Mama und Papa haben immer betont, wie wichtig es ist, dass wir uns nahe stehen. Wir waren füreinander die besten Freunde.»

«Tun, was Gott von mir will»

«Ich möchte tun, was Gott von mir will», erklärt Anne Wilson. «Als Christen sind wir dazu da, die Menschen dem Herrn näher zu bringen. Jakobs Tod hat meine Perspektive verändert. Alles, was ich auf Erden tue, soll Gott verherrlichen. Ich habe mich Ihm hingegeben. Ich weiss nicht, wie die Zukunft aussieht, ob es eine lange Karriere sein wird oder ob sie in kurzer Zeit vorbei ist. Was auch immer er von mir will.»

Auf die Frage, was ihr Bruder von ihrem Erfolg über Nacht halten würde, sagte sie, er wäre «super stolz auf mich. Ich weiss, wie er es war. Er war so stolz auf mich und meine Schwester, selbst bei den kleinsten Dingen. Er würde wahrscheinlich bei mir sein, weil er mich immer beschützen wollte.»

Hören Sie sich hier das Lied «No Place Like Home» an:

Zum Thema:
Ellie Holcomb über Wunden: «Ich spürte Gottes Einfühlungsvermögen»
Aus eigener Erfahrung: Hope Darst: «Frieden ist kein Gefühl, sondern eine Person»
Matthew West: «Mehr wie Jesus, weniger wie Cardi-B»

Datum: 27.08.2021
Autor: Mark Maynard / Daniel Gerber
Quelle: Kentucky Today / Baptist Press / Übersetzung: Livenet

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Kommentar

Regula Lehmann: Empörung ist billig
Wir befinden uns inmitten der Fastenzeit vor Ostern. Livenet-Kolumnistin Regula Lehmann fastet...

Adressen

CGS ECS ICS

Ratgeber

Zielbewusst und entspannt Gute Vorsätze für 2023
Die ruhigere Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr scheint dazu einzuladen, dass man sich überlegt...