Lage spitzt sich zu

Christen aus dem Jemen bitten um Gebet

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1,8 Millionen Kinder im Jemen leiden an Mangelernährung, berichtet UNICEF. Millionen von Menschen steuern in Richtung Hungertod. Während der Westen kaum auf die Eskalation von Saudi-Arabien und dem Jemen eingeht, bitten einheimische Christen um Gebet.

Während die WHO betreffend dem Jemen von der «zweifellos schwersten humanitären Krise der Welt» spricht, steigt die Anzahl der Hungernden in diesem schon seit mehreren Jahren schwelenden Konflikt. Nicht erst seit den jüngsten Angriffen ist die Versorgung der Zivilbevölkerung in Gefahr und die Zahl ziviler Opfer gross. Bei der Machtprobe stehen sich insbesondere die vom Iran unterstützten Huthi-Milizionäre und saudische Truppen gegenüber.

Der Bürgerkrieg verwandelt den Jemen in Schutt und Asche. Die Kräfte, die die Häfen kontrollieren, lassen die Nahrungsmittelhilfe nicht passieren. «Zehntausende Tote und Verletzte, Hungersnot und Cholera, Städte in Trümmern und Al-Kaida stärker denn je – der dreieinhalbjährige Bürgerkrieg im Jemen hat aus dem Land an der Südspitze der Arabischen Halbinsel ein Katastrophengebiet gemacht», bringt es die «Luzerner Zeitung» auf den Punkt.

Es begann mit dem Arabischen Frühling

Der einheimische Christ Ibrahim (Name geändert) hilft in der Region. «Jeder Monat, in dem der Krieg weitergeht, wird die Situation noch schlimmer. Es gibt mehr beschädigte Infrastrukturen, weniger Zugang zu Ressourcen für den Durchschnittsbürger und weniger Zugang zu Nahrung.»

Der Bürgerkrieg im Jemen, der ursprünglich durch den arabischen Frühling 2011 ausgelöst wurde, eskalierte 2015, als die Rebellen die Regierung stürzten. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalitionstruppe trat bald ein und begann gegen die iranisch unterstützten Huthi-Rebellen um die Kontrolle zu kämpfen. Im Laufe der Jahre traten mehr Player in den Kampf ein, das Leiden des jemenitischen Volkes stieg.

Schiiten gegen Sunniten

Insgesamt ist die Lage noch verworrener. «Selbst für mich, der ich dort lebe, ist die Lage schwer verständlich, obschon ich es aus erster Hand mitkriege.» Von aussen sei es noch viel schwieriger mitzubekommen, wer zu welchem Zeitpunkt auf welcher Seite steht.

Insbesondere kämpfen die schiitischen Huthi gegen die sunnitischen Saudis und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), welche vom Westen unterstützt werden. «Ich denke, dass Saudi-Arabien keine iranische Präsenz direkt an seiner Grenze will», sagt Ibrahim.

Bitte um Gebet

«Frieden scheint unmöglich, wenn man sich wirklich mit dem Thema beschäftigt», erklärt Ibrahim, «also müssen wir beten, dass Gott das Unmögliche tut.»

Auch bittet Ibrahim um Gebet. «Der Herr soll die Gläubigen schützen, die den Überlebenden im Jemen helfen. Sie zeigen die Liebe Christi, indem sie die körperlichen Bedürfnisse erfüllen. Doch es ist extrem schwierig, die Bedürftigen zu versorgen.»

Am liebsten würden er und die anderen Helfer die Hände verwerfen und weggehen, gibt Ibrahim offen zu. «Doch wegen dem Leiden, das wir sehen, bleiben wir.»

Zum Thema:
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Datum: 05.10.2018
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / MNN / NZZ / Luzerner Zeitung

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