Biblische Heldinnen

Frühste bekannte Jael- und Deborah-Darstellung gefunden

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Zwei ausgegrabene Darstellungen (Bild: Jim Haberman)
Die früheste bekannte Darstellung der biblischen Heldinnen Jael und Debora wurde in einer alten Synagoge in Israel entdeckt. Dies teilte die «University of North Carolina at Chapel Hill» letzte Woche mit.

Die Darstellung einer Frau, die einen Pfahl durch den Kopf eines Generals treibt, war laut Projektleiterin Jodi Magness der erste Anhaltspunkt, der das Team zur Identifizierung der Figuren führte. «Das ist extrem selten», ordnet Jodi Magness, Archäologin und Religionsprofessorin an der UNC-Chapel Hill, den Fund ein. «Ich kenne keine anderen antiken Darstellungen dieser Heldinnen.»

Die fast 1600 Jahre alten Mosaike wurden von einem Team aus Studenten und Fachleuten im Rahmen dieses Ausgrabungsprojekts freigelegt. In diesem Sommer läuft die zehnte Ausgrabungssaison in einer Synagoge im antiken jüdischen Dorf Huqoq in Untergaliläa.

Mosaike wurden erstmals 2012 an diesem Ort entdeckt, und Magness sagte, die Synagoge, die aus dem späten vierten oder frühen fünften Jahrhundert stammt, sei «ungewöhnlich gross und reich verziert». Neben den umfangreichen, relativ gut erhaltenen Mosaiken ist die Stätte auch mit Wandmalereien und geschnitzter Architektur geschmückt.

Heldinnen entdeckt

Das vierte Kapitel des biblischen Buches Richter erzählt die Geschichte von Debora, einer Richterin und Prophetin, die an der Seite des israelitischen Generals Barak das Heer der Kanaaniter besiegte. Nach dem Sieg floh der kanaanäische Heerführer Sisera in das Zelt Jaels, wo sie ihm einen Zelthering in die Schläfe stiess und ihn tötete.

Die neu entdeckten Mosaikplatten, die die Heldinnen darstellen, sind aus lokalem Steinschnitt aus Galiläa gefertigt und wurden auf dem Boden am südlichen Ende des westlichen Seitenschiffs der Synagoge gefunden.

Das Mosaik ist in drei Abschnitte unterteilt. Einer zeigt Deborah, die unter einer Palme sitzt und Barak anschaut, einen zweiten mit einem scheinbar sitzenden Sisera und einen dritten mit Jael, die einen Pflock in den blutenden Sisera schlägt.

Weitere Mosaike in der Synagoge

Laut Jodi Magness befinden sich weitere Mosaike, die Ereignisse aus dem Buch der Richter darstellen – einschliesslich Darstellungen von Simson – am südlichen Ende des östlichen Ganges der Synagoge. Laut der Pressemitteilung der UNC-Chapel Hill könnten die Ereignisse rund um Jael und Debora in der gleichen geografischen Region stattgefunden haben, in der das antike Dorf Huqoq liegt.

«Der Wert unserer Entdeckungen, der Wert der Archäologie, besteht darin, dass sie dazu beitragen, die Lücken in unserem Wissen über die Juden und das Judentum der damaligen Epoche zu füllen», erläutert Magness.

Zum Thema:
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Datum: 28.07.2022
Autor: Kathryn Post / Daniel Gerber
Quelle: Baptist Press / Übersetzung: Livenet

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