Kernenergie
«Restrisiko lässt nur Ausstieg zu»
Die Kernenergie ist nach Auffassung des Philosophen Arnim Regenbogen aus ethischer Sicht nicht vereinbar mit den «Lebensinteressen der kommenden Generation». Das geringste Risiko einer Technologie müsse immer höher bewertet werden als ihr grösster Gewinn, sagte der Professor der Universität Osnabrück.
Nicht erst die Katastrophe in Japan habe gezeigt, dass das Restrisiko der Atomtechnologie nicht beherrschbar sei. Deshalb sei nur ein möglichst schneller Ausstieg aus der Kernenergie Ausdruck einer verantwortlichen Politik, forderte der Ethiker. Auch der Neubau von Kernkraftwerken sei aus ethischer Sicht nicht zu verantworten.
Angesichts der Bedeutung der Kernenergie für die Stromversorgung halte er allerdings zunächst auch eine Reduzierung des Restrisikos für angemessen, sagte Regenbogen. Das könne etwa dadurch erreicht werden, dass die Kernkraftwerke mit besseren Notstromaggregaten ausgestattet würden oder die ältesten und unsichersten Anlagen vom Netz gingen. Eine sofortige Abschaltung aller Kernkraftwerke ist aus Sicht Regenbogens noch nicht möglich.

Quelle: Epd