Orthodoxer Jude erlebt Überraschung
«Durch das Alte Testament fand ich zu Jesus»
Von klein auf lebt Neriyah Arabov nach strengen jüdischen Regeln. Als er anfängt, selbst die heiligen Schriften zu studieren, stolpert er immer wieder über Prophetien, die ihn stutzig machen. Kann es sein, dass Jesus doch der Messias ist?
Ich bin in der Sowjet Union aufgewachsen, in einer jüdisch orthodoxen Familie. Wegen meiner Religion war ich immer ein Aussenseiter. In der Schule war ich der einzige Jude und unter all den Sashas und Mashas fiel ich allein schon durch meinen Namen auf. Ausserdem hatte ich dunkle Haut und durfte nur daheim essen, weil es nur dort koscher gab.
Neuanfang im Gelobten Land
Als ich 17 war, fiel der eiserne Vorhang und meine Familie und ich wanderten nach Israel aus. Ich verliebte mich sofort in dieses Land. Der Patriotismus, der dort weht, berührte mein Herz. Endlich war ich nicht mehr der «dreckige Jude» und ich wurde nicht mehr wegen meiner Herkunft oder meines Glaubens gemobbt, ich war einer von ihnen.
Als ich Wehrpflicht leisten musste, vertiefte sich meine Liebe zu Israel, danach zog ich nach Tel Aviv zum Arbeiten.
Ein Freund bringt mich aus dem Konzept
Durch meinen Job lernte ich einen Mann kennen, der überzeugt war, dass Jesus der Messias ist. Ich muss zugeben, dass er sich besser im Tanach (Altes Testament) auskannte als ich, obwohl ich sehr religiös war. Und er war begeistert von Jesus. Während ich – als orthodoxer Jude, der Kippa trug, regelmässig in die Synagoge ging und zur richtigen Zeit die Gebete sprach – eigentlich gar nicht daran glaubte, dass Gott wirklich existierte.
Durch ihn fiel mir zum ersten Mal auf, dass ich die heiligen Schriften nicht gut kannte. Und so fing ich an, das Alte Testament zu lesen, auch mit dem Hintergedanken, bessere Gegenargumente zu haben.
Ein Buch voll Wahrheit
Ehrlich gesagt war ich ziemlich verblüfft von dem, was ich las. Die Worte veränderten mein Denken und mein Herz. Als ich im Buch Jesaja das Kapitel 53 las, war mir glasklar, dass der Prophet hier eindeutig von Jesus sprach. Er hatte vorhergesehen, was Jesus viele Jahre nach ihm erfüllte.
Dort steht zum Beispiel: «Er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten, wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott. Durch seine Wunden sind wir geheilt.»
Oder: «Er wurde misshandelt, aber er ertrug es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt. (…) Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. (…) Man begrub ihn bei den Gottlosen, im Grab eines reichen Mannes, obwohl er sein Leben lang kein Unrecht getan hatte. Nie kam ein betrügerisches Wort über seine Lippen.»
Zugegeben machte es mir Angst, hier auf etwas gestossen zu sein. Ich wehrte mich gegen den Gedanken, dass Jesus der Messias ist, denn dann müsste ich an ihn glauben. Und ich wollte nicht schon wieder wegen meines Glaubens ein Aussenseiter sein. Ich wollte weiterhin dazugehören.
Und doch faszinierten mich die Worte des Tanach. Ich erkannte, dass ich vor Gott niemals durch meine eigenen Taten bestehen könnte. Dass ich seine Gnade und Güte nicht verdient hatte. Und dass ich bislang, obwohl ich so fromm gewesen war, keine Ahnung davon gehabt hatte, wer er wirklich war.
Gespräche mit Gott
Ich fing an, anders zu beten. Ich sagte nicht mehr meine auswendig gelernten Gebete auf, sondern fing an, wirklich nach Gott zu fragen. Und er antwortete durch die Schrift und auf andere Weise. Beim ersten Mal dachte ich noch, das wäre Zufall. Aber immer wieder zeigte mir Gott, dass er mein Gebet hört. Ich konnte es nicht mehr leugnen, es gibt Gott und Jesus ist tatsächlich der Messias, auf den mein Volk immer noch wartet.
So wurde ich Christ. Ich bat Gott um Vergebung und bat Jesus, mein Herr und Retter zu sein. Obwohl ich immer noch Angst vor Diskriminierung und Mobbing hatte, wusste ich, dass ich das einzig Richtige tat.
Leben als messianischer Jude in Israel
Ja, ich erlebe tatsächlich Ablehnung, weil ich ein Jude bin, der sich zu Jesus bekennt. Doch was ist das schon im Gegensatz zu einer echten Beziehung mit Jesus? Er schenkt mir tiefen Frieden in diesen Situationen. Mehr noch, die Diskriminierung verbindet mich mit Christus, der bis heute von seinem Volk abgelehnt wird.
Immer wieder erlebe ich, dass Gott da ist und auf wunderbare Weise für mich sorgt. Was für ein Glück, dass ich statt Regeln zu befolgen nun eine Beziehung mit meinem Schöpfer haben darf!
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Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: jesus.ch, Godreports.com



